Donnerstag, 27. März 2014

Gedanken eines gebürtigen Hintersteiners zum Bürgerkraftwerk Älpele

Ein Gastbeitrag von Fritz Tannheimer:
Ich lebe und wohne seit 70 Jahren im schönen Hintersteiner Tal. Ich liebe meine Heimat und die Menschen und habe darum schon vor 51 Jahren Verantwortung mit meiner Tätigkeit in der Bergwacht und im Naturschutz übernommen.

Nachfolgend ein paar Punkte auf die ich gerne eingehen möchte:
Als Beispiel nenne ich an erster Stelle das Kraftwerk Auele mit dem dazugehörigen Schrecksee. Diesen gäbe es gar nicht in dieser Form und vor allem Größe, hätte man ihn nicht damals zur Energiegewinnung aufgestaut. Einer der landschaftlich schönsten Bergseen in den Allgäuer Alpen. Das Kraftwerk „Auele“ besteht seit 90 Jahren und mir ist nicht bekannt, dass die Natur hier negativ beeinflusst oder geschädigt wurde. Da es zum größten Teil dieselben Betreiber sind, die das Älpele-Bürgerkraftwerk betreiben wollen, ist also schon gewährt, dass es ganz im Sinne des Naturschutzes ist.
Leider wird jetzt schon viel zu viel Polemik vom Bund Naturschutz gemacht und mit diesen Unwahrheiten wollen sie die Bevölkerung negativ beeinflussen. Auf der Internetseite www.eisenbreche.de des Bund Naturschutzes sind zwei Bilder mit Edelweiß veröffentlicht, die im Bereich der geplanten Druckrohrleitung angeblich wachsen sollen. Wer sich nur ein wenig auskennt, weiß sofort, dass in diesem Gebiet, ja sogar im Umkreis von 1.000 Meter kein Edelweiß zu finden ist!
Ebenfalls einer Unwahrheit entspricht die Aussage: „Das Naturdenkmal Eisenbreche wird beeinträchtigt, geschweige denn verändert“. Wer die Pläne genau studiert und sich angeschaut hat, kann daraus ersehen, dass die Druckrohrleitung in keinster Weise die Eisenbreche berührt oder schädigt.
Ein wichtiger Punkt der auch angesprochen werden sollte ist für mich die Restwassermenge. Hier ist auf jeden Fall festzuhalten, dass im ganzen Jahr genügend Wasser in der Ostrach fliest, um allen Lebewesen auch weiterhin den gewohnten Lebensraum zu erhalten (pro Sekunde fliesen ganzjährig zwischen 750 bis 1.500 Liter Wasser durch die Ostrach bzw. die Klamm).
Eine für mich sehr interessante Frage wirft sich auf zum Thema „Kraftwerke im Naturschutzgebiet“, wenn ich an die Wasserkraftwerke vom Prinz-Luitpold-Haus und von der Rappenseehütte denke. Lieber Bund Naturschutz – WO WARD IHR DA? Wo sind hier die Ausgleichsflächen und Restwassermengen festgelegt worden? Wie und wo bzw. wann wurde die Öffentlichkeit informiert?
Sollte nicht gelten – Gleiches Recht für ALLE?
Zum Abschluss möchte ich behaupten, dass ich dieses Tal besser kenne als alle Damen und Herren des Bund Naturschutzes zusammen. Ich weiß, dass die Bevölkerung im Ostrachtal auch weiterhin dieses Tal im Sinne von Natur und Umwelt bewirtschaften und darauf achten wird – wie die letzten 500 Jahre auch schon -  auch ohne die Hilfe vom Bund Naturschutz.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen